Was ist Snus?

Snus ist ein orales Tabakprodukt. Es handelt sich um kleine weiche Beutel mit feuchtem Tabak. Ein Beutel wird zwischen die Oberlippe und das Zahnfleisch geklemmt. Dabei wird Snus weder gekaut noch verschluckt. Das freigesetzte Nikotin aus dem Tabak wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Ein handelsüblicher Snus-Beutel enthält rund 4 bis 14 mg Nikotin.

Was sind Nikotinbeutel?

Nikotinbeutel (Pouches, Nicotine Pouches) sind nikotinhaltige, zum oralen Konsum bestimmte Produkte. Sie sehen ähnlich aus wie Snus, enthalten aber keinen Tabak, sondern mit Nikotinsalz vermischte Pflanzenfasern. Für den Konsum wird der Nikotinbeutel zwischen die Oberlippe und das Zahnfleisch geklemmt. Das freigesetzte Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Der Nikotingehalt eines Beutels beträgt zwischen 2 und über 100 mg, also bis zum zehnfachen des in einer herkömmlichen Zigarette enthaltenen Nikotins. Es werden unterschiedliche Geschmacksrichtungen angeboten: Minze, Frucht usw.

Wo liegt das Problem?

Der Konsum von Nikotinbeuteln und Snus kann zu einer Nikotinabhängigkeit führen, die stärker ist als bei Zigaretten. Wenn Snus regelmässig konsumiert wird, kann dies zu Mundproblemen führen wie Zahnfleischschwund, Reizung der Mundschleimhäute und der Zunge oder Karies. Der Snus-Konsum wird zudem mit gewissen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Schlaganfall, ischämisches Herzleiden) und mit Geburtskomplikationen in Verbindung gebracht. Das Risiko für Mundkrebs variiert je nach Zusammensetzung des Produkts.

Die Nikotinmenge pro Beutel variiert stark und kann bei über 100 mg liegen. Nikotin hat ein äusserst grosses Suchtpotenzial und greift auch die Hirnfunktion an, senkt die Aufmerksamkeit und steigert Angstzustände und Stress (speziell bei Jugendlichen). Dieses Risiko wird gesteigert, wenn mehrere nikotinhaltige Produkte gleichzeitig konsumiert werden.

Weil kein Tabak verbrannt wird, sind Snus und Pouches zwar weniger schädlich für die Lungen als herkömmliche Zigaretten dafür aber schädlicher für den Mundraum. Sie tragen zur Nikotinabhängigkeit bei und können, gerade bei jungen Nichtraucherinnen und Nichtrauchern, einen Einstieg in den Konsum anderer Tabak- und Nikotinprodukten begünstigen. Zudem erschweren diese Produkte bei Ausstiegswilligen den vollständigen Nikotinstopp.

Snus und Nikotinbeutel können auch an Orten konsumiert werden, an denen das Rauchen verboten ist. Auch dies trägt zur Nikotinabhängigkeit bei.

 

Werbung richtet sich gezielt an Jugendliche

Die Werbekampagnen der Tabak- und Nikotinindustrie fördern die Normalisierung des Konsums und vermitteln den Jugendlichen implizit die Botschaft: «Der Konsum von Snus- und Nikotinbeuteln ist ganz normal.» Sie sind auch intensiv in den sozialen Medien präsent, um in erster Linie ein junges Publikum anzusprechen, das damit einem erhöhten Einstiegsrisiko ausgesetzt ist.

 

Schon gewusst?

  • Umgangssprachlich wird «Snus» oft fälschlicherweise für beide Produktarten verwendet.
  • Nikotinbeutel sind nicht harmloser als Snus. Auch wenn sie keinen Tabak enthalten, stellt der Nikotingehalt ein sehr grosses Abhängigkeitspotenzial dar und birgt Gesundheitsrisiken. Die Nikotinbeutel enthalten weitere Substanzen wie Aromen, Konservierungsmittel usw., deren langfristige Wirkung noch unbekannt ist und die potenziell gesundheitsschädlich sind.

Wie viele Jugendliche sind betroffen?

Der Snus Konsum der Jugendlichen hat in den letzten Jahren zugenommen – besonders stark bei den Mädchen. Etwa 4 Prozent der 14-Jährigen hat in den letzten 30 Tagen Snus konsumiert; bei den 15-Jährigen sind es 9 Prozent. Dabei sind die Knaben etwa doppelt so stark betroffen wie die Mädchen (HBSC, 2022). Zum Nikotinbeutelkonsum liegen für diese Altersgruppen keine Daten vor.

Bei den 15- bis 19-Jährigen konsumieren 4 Prozent mindestens gelegentlich Snus, ebenso viele konsumieren Nikotinbeutel (ESL, 2025).

Konsum anderer Tabakprodukte bei den 15-Jährigen,
mindestens ein Mal in den letzten 30 Tagen

(in % ; HBSC 2022)

Kurz und bündig

  1. 1.Snus ist ein orales Tabakprodukt, das zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt wird. Nikotinbeutel funktionieren gleich, enthalten aber keinen Tabak.
  2. 2.Snus und Nikotinbeutel können das Herz-Kreislauf-System angreifen. Der tabakhaltige Snus kann auch zu Mund- und Zahn-Problemen führen und stellt ein Mundkrebsrisiko dar.
  3. 3.Ihre Unauffälligkeit und ihre Aromen machen die beiden Produktarten für Jugendliche und für den versteckten Konsum besonders attraktiv.
  4. 4.Der Geschlechterunterschied beim Konsum von Snus ist erheblich: Knaben konsumieren davon rund doppelt so viel wie Mädchen.
  5. 5.Anders als in der Europäischen Union ist der Verkauf von Snus seit 2019 in der Schweiz erlaubt. Für Minderjährige ist die Abgabe (Verkauf und kostenlose Weitergabe) jedoch verboten.

Wie rede ich mit einem Jugendlichen darüber?

Bevor Sie mit einem Jugendlichen darüber sprechen, ist es hilfreich, sich mit dem Thema vertraut zu machen und einige Anknüpfungspunkte für das Gespräch bereit zu haben. Eltern, Lehrpersonen und Jugendfachpersonen finden im Abschnitt «Ihre Rolle» weitere Informationen und Anregungen. 

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