Was sind Tabakprodukte zum Erhitzen?
Tabakprodukte zum Erhitzen (HTP, Heated Tobacco Products) haben die Form einer kleinen Zigarette, die in ein elektronisches Gerät eingesetzt wird. Dadurch wird der Tabak weniger stark erhitzt als beim Abbrennen einer herkömmlichen Zigarette (bis 550°C statt ca. 900°C). Bei diesem Vorgang entsteht ein Aerosol, das Nikotin sowie andere Chemikalien enthält und inhaliert wird.
Wo liegt das Problem?
Tabakprodukte zum Erhitzen enthalten Nikotin, das stark abhängig macht und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen kann. Beim Erhitzen des Tabaks werden weiterhin gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt.
Damit stellen diese Produkte ein Risiko für Lungen-, Herz-Kreislauf- und bestimmte Krebserkrankungen dar. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen sind jedoch noch nicht abschliessend erforscht.
Bei Jugendlichen kann Nikotin auch die Aufmerksamkeitsfähigkeit, die Lernfähigkeit und die Gefühlsregulierung beeinträchtigen.
Bislang liegen jedoch relativ wenige Daten zu den kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen dieser Produkte vor. Die Tabakindustrie betont in ihrem Marketing die «innovative» Seite und die «Schadensminderung» von Tabakprodukten zum Erhitzen. Doch die wenigen unabhängigen wissenschaftlichen Studien kommen zum Schluss, dass die aufgenommenen Giftstoffe denjenigen herkömmlicher Zigaretten entsprechen. Darüber hinaus erhalten solche Geräte die Nikotinabhängigkeit aufrecht und können den vollständigen Tabakausstieg verzögern.
Passivrauchen
Die Dämpfe dieser Produkte können zudem, ähnlich wie beim Passivrauchen, herkömmlicher Zigaretten die Gesundheit der anwesenden Menschen beeinträchtigen.
Werbung richtet sich gezielt an Jugendliche
Die Tabak- und Nikotinindustrie setzt intensiv auf Werbekampagnen in den sozialen Medien, um in erster Linie ein junges Publikum anzusprechen. Damit setzt sie die Jugendlichen einem erhöhten Konsumrisiko aus.
Wie viele Jugendliche sind betroffen?
Gemäss Daten aus dem Jahr 2022 haben bereits 3 Prozent der 11-Jährigen Mädchen und 6 Prozent der 11-jährigen Jungen schon einmal im Leben eine Zigarette probiert. Mit dem Alter nimmt dieser Anteil zu: Bei den 15-Jährigen ist es rund ein Drittel; etwa 3 Prozent rauchen täglich (HBSC, 2022).
Bei den 15- bis 19-Jährigen rauchen 13 Prozent gelegentlich, 4 Prozent täglich (ESL, 2025).
Konsum anderer Tabakprodukte bei den 15-Jährigen,
mindestens ein Mal in den letzten 30 Tagen
(in % ; HBSC 2022)
Was sagt das Gesetz?
Laut Bundesgesetz über Tabakprodukte und elektronische Zigaretten (TabPG, gültig seit 1. Oktober 2024) ist die Abgabe (Verkauf und kostenlose Weitergabe) von Tabakprodukten (Zigaretten, erhitzte Tabakprodukte, Snus, Schnupftabak, Zigarren usw.) und von Nikotinprodukten (E-Zigaretten, Nikotinbeutel) an Minderjährige verboten. Dieses Verbot gilt auch für Verkaufsautomaten und für Online-Shops: Jeder Verstoss ist strafbar.
Die gesetzliche Altersbeschränkung von 18 Jahren für den Verkauf von Tabak- und Nikotinprodukten (inkl. Tabakprodukte zum Erhitzen) gilt für die ganze Schweiz. In allen Verkaufsstellen muss sichtbar und leserlich auf das Abgabeverbot an Minderjährige hingewiesen werden.
Mehr dazuKurz und bündig
- 1.Tabakprodukte zum Erhitzen enthalten Tabak und Nikotin. Tabak ist krebserregend und Nikotin macht stark abhängig und schädigt das Herz-Kreislauf-System.
- 2.Trotz anderslautender Behauptungen der Tabakindustrie, sind diese Produkte nicht weniger schädlich als andere Tabakprodukte.
- 3.Sie tragen zur Nikotinabhängigkeit bei und verzögern den vollständigen Tabakausstieg.
- 4.Von allen Tabakprodukten werden die erhitzten von den Jugendlichen am wenigsten konsumiert; täglicher Konsum ist äusserst selten.
- 5.In der Schweiz ist die Abgabe (Verkauf und kostenlose Weitergabe) erhitzter Produkte an unter 18-Jährige verboten.
Wie rede ich mit einem Jugendlichen darüber?
Bevor Sie mit einem Jugendlichen darüber sprechen, ist es hilfreich, sich mit dem Thema vertraut zu machen und einige Anknüpfungspunkte für das Gespräch bereit zu haben. Eltern, Lehrpersonen und Jugendfachpersonen finden im Abschnitt «Ihre Rolle» weitere Informationen und Anregungen.