Was sind E-Zigaretten?

E-Zigaretten (elektronische Zigaretten) sind kleine elektronische Geräte, die im Allgemeinen aus einem Mundstück, einem Akku, einem Tank mit Flüssigkeit (auch E-Liquid genannt) und einem Verdampfer oder Zerstäuber bestehen. Der Akku liefert die Energie, um das E-Liquid auf rund 150°C zu erhitzen und in Dampf (Aerosol) umzuwandeln. Dieser wird beim Vapen über das Mundstück inhaliert.
Die Flüssigkeit von E-Zigaretten enthält Aromen, chemische Stoffe und (meistens) auch Nikotin. Tabak ist in E-Zigaretten nicht enthalten. E-Zigaretten gibt es als Einweg- und als Mehrweg-Produkte.

Was sind Einweg-E-Zigaretten?

Einweg-Produkte dürfen maximal 2ml Flüssigkeit enthalten, was für ca. 600 Züge (ca. 2-3 Zigarettenschachteln) reicht. Danach müssen sie als Elektroschrott separat entsorgt werden. Einweg-E-Zigaretten dürfen maximal 20mg Nikotin pro Milliliter Flüssigkeit enthalten.

Was sind Mehrweg-E-Zigaretten?

Bei den Mehrweg-Modellen sind unterschiedlichste Versionen auf dem Markt. Bei einigen lässt sich lediglich die Batterie aufladen und der Tank neu befüllen bzw. ersetzen, bei anderen lassen sich zusätzlich diverse Bauteile austauschen und individuelle Einstellungen vornehmen.

Wo liegt das Problem?

E-Zigaretten (wiederverwendbare oder Einweg-E-Zigaretten/ Puff Bars) enthalten meistens Nikotin, eine Substanz, die gesundheitsschädlich und suchterzeugend ist. Das E-Liquid besteht in der Regel aus Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffen. Beim Erhitzen entsteht ein Aerosol aus feinen Flüssigkeitströpfchen und verschiedenen chemischen Verbindungen. Dieses kann die Atemwege reizen und gesundheitsschädliche Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd oder Acrolein enthalten. Einige dieser Stoffe gelten als krebserregend.
E-Zigaretten können die Lunge und das Herz-Kreislauf-System schädigen. Neuere Studien zeigen zudem, dass Nikotin negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat (Münzel et al. 2025). Des Weiteren enthalten E-Liquids zahlreiche Stoffe, deren langfristigen gesundheitlichen Folgen noch nicht vollständig bekannt sind.

Oft enthalten die E-Liquids kein herkömmliches Nikotin, sondern Nikotinsalze. Diese ermöglichen eine schnelle und oft hohe Nikotinaufnahme, was die Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit begünstigen kann. Bei Kindern und Jugendlichen kann Nikotin auch die Aufmerksamkeitsfähigkeit, die Lernfähigkeit und die Gefühlsregulierung beeinträchtigen.

Die fruchtigen, süssen Aromen der E-Liquids machen sie für junge Konsumierende besonders attraktiv. Kommt hinzu, dass der ausgeatmete Dampf angenehm riecht und nicht in Kleidern, Haaren usw. hängen bleibt. So lässt sich der Konsum besser verbergen. Mit ihrem kunterbunten, modernen Design sprechen E-Zigaretten besonders Jugendliche an. Dies können Gründe sein, dass E-Zigaretten heute das erste Nikotinprodukt sind, das Jugendliche verwenden. Jugendliche, die E-Zigaretten verwenden, konsumieren häufiger zusätzlich andere Tabak- und Nikotinprodukte. Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen E-Zigarettenkonsum und späterem Zigarettenrauchen.

 

Werbung richtet sich gezielt an Jugendliche

Mit dem Produktdesign und Kampagnen in sozialen Medien richtet sich die Werbung der Nikotinindustrie gezielt an Jugendliche; sie trägt zur Normalisierung des Gebrauchs dieser Produkte bei und vermitteln den Jugendlichen die Botschaft: «Vapen ist cool und ganz normal.»

Wie viele Jugendliche sind betroffen?

Der E-Zigarettengebrauch bei Jugendlichen hat in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere bei den Mädchen. Im Jahr 2022 haben ein Viertel der 15-Jährigen in den letzten 30 Tagen E-Zigaretten verwendet, etwa 2 Prozent davon täglich (HBSC, 2022).

Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Jugendlichen, die schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert haben, deutlich an: von 4 Prozent bei den 11-Jährigen auf 42 Prozent bei den 15-Jährigen.

Bei den 15- bis 19-Jährigen verwenden 14 Prozent zumindest gelegentlich und 4 Prozent täglich E-Zigaretten (ESL, 2025).

 

E-Zigaretten-Konsum
mindestens einmal im Leben


(in % ; HBSC, 2022)

E-Zigaretten-Konsum bei den 15-Jährigen,
in den letzten 30 Tagen

(in % ; HBSC, 2022)

1,7 % Täglich
5,4 % Häufig, aber nicht täglich
18 % Weniger oft
74,9 % Nie

Hinweis: «Täglich» = an 30 von 30 Tagen; «Häufig, aber nicht täglich» = an 10 bis 29 Tagen; «Weniger oft» = an 1 bis 9 Tagen; «Nie» = an keinem Tag oder kennt das Produkt nicht.

 

Kurz und bündig

  1. 1.E-Zigaretten enthalten in der Regel Nikotin, eine Substanz, die stark süchtig machen kann. Bei Jugendlichen kann Nikotin die Aufmerksamkeitsfähigkeit, die Lernfähigkeit und die Gefühlsregulierung beeinträchtigen.
  2. 2.Der Dampf von E-Zigaretten enthält ausserdem weitere giftige Substanzen, von denen einige als krebserregend gelten. Die fruchtigen Aromen, das ansprechende Design und die diskrete Verwendung machen sie für Jugendliche besonders attraktiv.
  3. 3.Der Konsum hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die meisten Jugendlichen konsumieren sie jedoch nicht täglich.
  4. 4.In der Schweiz ist die Abgabe (Verkauf und kostenlose Weitergabe) von E-Zigaretten an unter 18-Jährige verboten. Ihre Nutzung ist in allen geschlossenen öffentlichen Räumen untersagt.

Wie rede ich mit einem Jugendlichen darüber?

Bevor Sie mit einem Jugendlichen darüber sprechen, ist es hilfreich, sich mit dem Thema vertraut zu machen und einige Anknüpfungspunkte für das Gespräch bereit zu haben. Eltern, Lehrpersonen und Jugendfachpersonen finden im Abschnitt «Ihre Rolle» weitere Informationen und Anregungen.

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