Was sind Zigaretten?

Zigaretten sind Papierröhrchen mit Filter, die mit fein geschnittenem, behandeltem und mit Zusatzstoffen vermischtem Tabak gefüllt sind. Eine Zigarette enthält zwischen 8 und 10 mg Nikotin. Eine brennende Zigarette, deren Rauch in die Lunge inhaliert wird, setzt 1 bis 2 mg Nikotin frei. Dieses kann stark abhängig machen und wird zusammen mit den anderen Giftstoffen vom Körper aufgenommen. Der Filter hilft dabei nicht, die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Rauchenden zu reduzieren und kann diese sogar verstärken.

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Selbstgedrehte -Zigaretten (RYO)

Die Bestandteile von selbstgedrehten Zigaretten (auch «roll your own» oder RYO) – loser Tabak, Filter und Zigarettenpapier – werden von den Konsumierenden einzeln gekauft und dann zu Zigaretten zusammengesetzt. Weil die verwendeten Tabakmengen selbst bestimmt werden, kann die inhalierte Menge von Nikotin und anderen Giftstoffen variieren.

Aromatisierte Zigaretten mit/ohne Klick

Aromatisierte Zigaretten sehen aus wie herkömmliche, industrielle Zigaretten und haben dieselben Inhaltsstoffe. Sie enthalten aber zusätzlich Aromastoffe wie Menthol, die den Rauch milder und zum Inhalieren angenehmer machen. Bei den Zigaretten «mit Klick» enthält der Filter eine Kapsel mit Aromaflüssigkeit. Durch Druck auf die Kapsel wird Aroma abgegeben und zusammen mit dem Rauch inhaliert.

Wo liegt das Problem?

Der Konsum von Zigaretten aller Art gehört in der Schweiz zu den grössten Problemen der öffentlichen Gesundheit. Das enthaltene Nikotin ist stark suchterzeugend, beeinflusst die Hirnfunktion und erzeugt das Verlangen nach immer mehr. Jüngere Studien haben gezeigt, dass Nikotin auch für das Herz-Kreislauf-System schädlich ist.

Zigaretten enthalten ausserdem viele weitere Giftstoffe: Über 4000, teils krebserregende Substanzen werden beim Rauchen eingeatmet. Der Konsum von Zigaretten kann daher nicht nur zu Abhängigkeit, sondern auch zu zahlreichen schwerwiegenden Erkrankungen führen, wie z.B. zu Lungenkrebs, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Schweiz sterben jährlich fast 10’000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums (BAG und Obsan 2026). Bei Jugendlichen kann Nikotin auch die Aufmerksamkeitsfähigkeit, die Lernfähigkeit und die Gefühlsregulierung beeinträchtigen.

Viele glauben, dass selbstgedrehte Zigaretten weniger schädlich als industriell hergestellte Zigaretten sind. Wissenschaftliche Studien widersprechen dem jedoch. Selbstgedrehte Zigaretten führen zu einer vergleichbaren Aufnahme von Nikotin und anderen Schadstoffen. Zusätzlich spielt das verwendete Zigarettenpapier eine wichtige Rolle. Bestimmte Papiersorten wie beispielsweise aromatisierte, gebleichte oder schnell brennende Varianten enthalten teilweise höhere Konzentrationen solcher Stoffe und können die Schadstoffbelastung erhöhen.

 

Passivrauchen

Zudem ist der Rauch einer brennenden Zigarette oder einer rauchenden Person auch schädlich für anwesende Nichtrauchende, die ihn einatmen. Dies betrifft gerade auch Kinder. Beim Passivrauchen werden dieselben Giftstoffe aufgenommen wie beim Aktivrauchen, wobei die Konzentration einiger Substanzen sogar höher ist als im Rauch, den die Rauchenden selbst inhalieren.

 

Werbung richtet sich gezielt an Jugendliche

Die Werbekampagnen der Tabak- und Nikotinindustrie tragen zu einer Normalisierung des Konsums bei, denn sie vermitteln den Jugendlichen implizit die Botschaft: «Rauchen ist ganz normal.»

Wie viele Jugendliche sind betroffen?

Konsum herkömmlicher Zigaretten
mindestens einmal im Leben

(in % ; HBSC 2022)

Gemäss Daten aus dem Jahr 2022 haben bereits 3 Prozent der 11-Jährigen Mädchen und 6 Prozent der 11-jährigen Jungen schon einmal im Leben eine Zigarette probiert. Mit dem Alter nimmt dieser Anteil zu: Bei den 15-Jährigen ist es rund ein Drittel; etwa 3 Prozent rauchen täglich (HBSC, 2022).

Bei den 15- bis 19-Jährigen rauchen 13 Prozent gelegentlich, 4 Prozent täglich (ESL, 2025).

Kurz und bündig

  1. 1.Zigaretten sind Tabakprodukte, die bei der Verbrennung Tausende von chemischen Substanzen freisetzen, die teils giftig sind.
  2. 2.Nikotin ist ein Stoff, der auch bei gelegentlichem Konsum stark abhängig machen kann.
  3. 3.Langjähriges Zigarettenrauchen ist einer der Hauptgründe für mehrere Krankheiten, darunter Lungenkrebs, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  4. 4.Durch Passivrauch schädigt der Tabakkonsum auch Dritte, insbesondere Kinder. Zudem hat Rauchen eine negative Vorbildwirkung auf Kinder und Jugendliche.
  5. 5.In der Schweiz ist die Abgabe (Verkauf und kostenlose Weitergabe) von Tabak und Nikotin an unter 18-Jährige verboten.

Wie rede ich mit einem Jugendlichen darüber?

Bevor Sie mit einem Jugendlichen darüber sprechen, ist es hilfreich, sich mit dem Thema vertraut zu machen und einige Anknüpfungspunkte für das Gespräch bereit zu haben. Eltern, Lehrpersonen und Jugendfachpersonen finden im Abschnitt «Ihre Rolle» weitere Informationen und Anregungen.

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